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Als vertrauensbildende Maßnahme beim Roulette mit Putin entbietet Croupier und Noch-Kriegssponsor Trump seinem Gegenspieler persönliche Wertschätzung. Trump erwartet allein schon deshalb, dieser solle sich irgendwie zu Verhandlungen aufgelegt zeigen. Zu Verhandlungen, die wechselseitig auf der Einlösung von Forderungen bestehen, die die andere Seite kategorisch als unannehmbar zurückweist. Zumindest was das Verhältnis von Russland und Europa angeht, so herrscht Einigkeit, dass Verhandeln zwar ausschließlich zur Demonstration guten versus bösen Willens geht, aber, vom jeweils anderen verschuldet, scheitern muss: »Rien ne va plus (?)«. Der grundsätzliche westliche Wille zum Sieg über Russland relativiert sich nicht am gegenwärtigen Schlachtenpech in der Ukraine; Moskau bleibt das »übrigens« zu zerstörende Karthago von heute. Während Trump seine anhaltende diplomatische Konstruktivität beteuert, befördert sein »ministry of war« (sein Land ist eben zu mehr als bloßer »Selbstverteidigung« imstande) sein Friedensmittel: eine nach wie vor weltweit zu vervollkommnende »full spectrum dominance« mit und an allen dafür gewählten Fronten. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die immer zum Enttäuscht- Sein bereite Charmeoffensive Trumps auf unabsehbare Zeit guten Willen statt einer Zurücknahme gegen Russland gerichteter Maßnahmen anbietet.
Wie gesagt will Europa Russland gegenüber unverändert damit Propagandapunkte machen, dass nicht verhandelt werden kann, da Putin ja nicht will, was er soll. Es stellt sich schon einmal auf dieses durchaus nicht unwillkommene diplomatische Patt ein und antizipiert den Zustand einer militärisch besiegten Ukraine. Dieser kann sich für deren Auftraggeber hoffnungsvoll gestalten; als vergifteter Sieg Russlands, in Form eines immerwährenden Guerilla-Freiheitskampfs gegen unterjochende Besatzer, eben bis Russland an dieser einen Front neben anderen die Kosten an Mensch und Material zu hoch werden. In der Ukraine ist Russland ein zweites Afghanistan zu bereiten.
Für dort und auch für anderswo, eben wo immer man den Feind treffen kann, rüstet Europa auf, dass die Schwarte kracht. Mit dem Rammbock, der die Ukraine weiterhin sein soll, will es unverbrüchlich solidarisch sein. »Slawa Ukraini!« (vgl. den geschichtsfälschenden Wikipedia-Eintrag; war da nicht einmal etwas mit Bandera? Was solls. Vielleicht hatte die Grußformel des deutschen »Gröfaz« ja doch auch etwas für sich. Nö, ne? Äpfel und Birnen.) An Garantien, Unterstützung und Provokationen (z. B. im »mare nostrum«) jeglicher Art für den gerechten Kampf wird es noch viel mehr geben. Not tut: Statt Asche der Niederlage die Weitergabe des Feuers!

